Achse kritischer Schüler_innen Wien


Der 8. März ist Weltfrauentag!

6. März 2015

Warum dieser Tag bleibt und wir noch weit von einer gleichberechtigten Gesellschaft entfernt sind

 

Auf die Barrikaden!

Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird im März zum Weltfrauenkampftag aufgerufen. Die Idee eines solchen Tages wurde zum ersten Mal bei der Internationalen Frauenkonferenz 1910 gefasst, am 19. März 1911 wurde er dann in Dänemark, Deutschland, Österreich und der Schweiz zum ersten Mal gemeinsam begangen. Als wichtigste Forderung wurde damals die Einführung des Frauenwahlrechts geäußert. Als dieses Recht nach und nach umgesetzt wurde, hatte sich der Weltfrauentag bereits etabliert, und so pochte man darauf, die Lage von Frauen weiter zu verbessern, wie durch die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches. Der Grund für die Festlegung des 8. März als Termin für diesen Tag ist umstritten. Laut einer Erklärung, die oft herangezogen wird, gründete die Terminfindung auf einem Streik von Textilarbeiterinnen, die sich 1857 an diesem Tag in New York für bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt hatten.

Zur Zeit des Nationalsozialismus, in den Jahren von 1933 bis 1945, rückte der Muttertag an die Stelle des Frauentags, welcher währenddessen gänzlich abgeschafft wurde. Die Nazis empfanden es nicht als wichtig, Frauen gleiche Rechte zukommen zu lassen, diese sollten stattdessen Kinder bekommen, sowie sich um ihr Heim und ihre Männer kümmern. Nach dem zweiten Weltkrieg war es daher mühsam, den Frauenkampftag wieder in Politik und Gesellschaft zu verankern, sowie das Rollenbild der Frau wieder aufzubrechen. Erst Ende der 1960er Jahre konnte der 8. März als weltweiter Tag des Frauenkampfs wieder verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Ein Grund zum Feiern?

Die internationale Frauenbewegung hat im Laufe der Zeit vieles erkämpft. Große Errungenschaften sind beispielsweise das Wahlrecht für Frauen, die Einführung eines eigenständigen Frauenministeriums, oder die Fristenregelung, die besagt, dass ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb einer 16-wöchigen Frist strafffrei vollzogen werden darf. Trotz dieser vielen Meilensteine gibt es noch viel zu tun! Das eigenständige Frauenministerium wird erst jetzt durch eine Zusammenlegung mit dem Bildungsministerium wieder in Frage gestellt. Reproduktions- und Pflegearbeit ist nach wie vor unbezahlte Arbeit, die großteils von Frauen gemacht wird. Noch immer verdienen Frauen weniger als Männer, trotz gleicher oder gleichwertiger Arbeit. Frauen sind besonders häufig Opfer von Gewalt auf allen Ebenen. Spitzenpositionen repräsentieren noch immer vor allem weiße Männer, so beispielsweise auch die Bundesschüler_innenvertretung, die mit einem Frauenanteil von ca 20% kaum für Schülerinnen sprechen kann.

Ans Ende denken wir zuletzt!

Gleiche Bezahlung ist eine der Forderungen, die bereits seit den Anfängen der Frauenbewegung besteht und noch immer nicht umgesetzt wurde. Außerdem hat sich im Laufe der Jahre die Bewegung für Gleichberechtigung der Geschlechter um viele Mitstreiterinnen erweitert. Denn während zu Beginn fast ausschließliche weiße heterosexuelle Arbeiterinnen diejenigen waren, die sich engagiert haben, so sind mit der Zeit auch Vertreterinnen anderer Gruppen, die ebenfalls von Diskriminierung aufgrund des Frau*seins betroffen sind, dazugekommen. Lesben, Women of Colour, trans* Personen, Frauen mit Beeinträchtigungen sind nur einige davon. Die Frauenbewegung ist bunt, sie ist intersektional (von mehrfacher Diskriminierung betroffen) und sie ist vor allem auch laut. Bis eine tatsächliche Gleichstellung erreicht ist, gibt es noch viel zu tun! Wir werden daher auch dieses Jahr wieder auf die Straße gehen um unsere Forderungen nach Außen tragen, und uns nicht nur am Weltfrauentag, sondern immer und überall für eine gleichberechtigte Schule und Gesellschaft einsetzen! Der Weltfrauentag bleibt!